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Kulturpreis- Verleihung Ihr stürzt nieder, Millionen? Ahnest du den Schöpfer, Welt? Chor
Freunde, preist in Rundgesängen, - aus Elysium oder nicht - was sich heut in rauhen Mengen rauschend ins Parkett erbricht. Geht das Metrum über Leichen, schleift der Reim das Tanzbein nach, riechen wir und unsresgleichen doch, wo hier der Dichter sprach.
Doppelchor
Seid verschaukelt, Millionen Diesen Schrieb für Hinz & Kunz! Euch der Schaden, aber uns soll der Spot sich reichlich lohnen.
Chor Wem der große Wurf gelungen: Groschen im Kulturbetrieb, rühmt in zentnerschweren Zungen, was post festum übrigblieb. Poesie in Wundertüten! Kein Pardon für was da klingt! Eine Zunft von Saprophyten lebt so fett, wie man sie düngt.
Doppelchor
Atmet Kunst bis in die Zehen! Frack gebügelt, Hemd gestärkt! Bis den Schwindel einer merkt, gibt's längst neue Jubiläen.
Chor
Nicht, daß wir versessen wären auf die sogenannte Kunst! Doch um unser Lob zu mehren, braucht's Radau und blauen Dunst. Prost, Verein! So läßt sich's leben! Wohlbestallt und ignorant, denn, wem Gott ein Amt gegeben, dem entfernt er den Verstand.
Doppelchor
Seht, in unsern Sinekuren blüht das Wort; wer hat, der hat! Selbst die leitenden Figuren singen Schiller schon vom Blatt.
Chor
Indolenz heißt hier das Wunder, das die großen Räder schmiert. Vorwärts, gebt dem Zauber Zunder, bis er Feuilletons gebiert! Ring frei, Freunde, Pantophagen, wo die Muse Pfötchen gibt und die Börse vor Behagen mit dem Weltgeist Kegel schiebt.
Doppelchor
Bloß nicht drängeln, werte Masse! Stehempfang gleich bei der Bar! Hier im Ausschank: L'art pour 1'art, bitte einzeln dort zur Kasse! |